Stadtschulpflegschaft Solingen
Stadtschulpflegschaft Solingen

MEDIEN

SOLINGER TAGEBLATT VOM 07.12.2020

Montagsinterview        

Eltern sehen noch Handlungsbedarf bei der Digitalisierung

Aktualisiert: 06.12.20 12:23

 

+Der neue Vorstand der Stadtschulpflegschaft über Erfahrungen aus dem Frühjahr, Betreuung und Pläne.

Das Gespräch führte Anja Kriskofski 

Sie sind Ende Oktober als neuer Vorstand der Stadtschulpflegschaft gewählt worden. Wie fand die Abstimmung angesichts der Corona-Pandemie statt?

Antonia Depner: Wir hatten die Jahreshauptversammlung als Präsenzveranstaltung im Pädagogischen Zentrum des Humboldtgymnasiums geplant. Aufgrund von rasant steigenden Infektionszahlen haben wir uns gegen eine Präsenzveranstaltung entschieden. Wir wussten, dass Jahreshauptversammlungen von Vereinen auch als Videokonferenz erlaubt sind und haben das dann via Zoom durchgeführt. Erfreulicherweise war dieses Format sehr erfolgreich. Wir hatten 42 Teilnehmer, und alle Schulformen waren vertreten.

Wie können Sie die Interessen von Eltern in dieser besonderen Situation angesichts von Kontaktbeschränkungen vertreten?

 

Carsten Ophoff wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. 

© Ophoff

 

Carsten Ophoff: Dank der technischen Möglichkeiten können wir weiterhin in Kontakt bleiben. Auch wenn es natürlich schöner ist, wenn man persönlich zusammensteht und sich austauscht. Wir wollen uns aber noch ein genaueres Bild machen wie die Haushalte in Solingen bei der Digitalisierung aufgestellt sind. Dabei geht es auch um die Frage nach der Medienkompetenz. Wir möchten Eltern als weiterer Akteur gerne unterstützen und Angebote machen, sich in dem Medium besser zurechtzufinden. Antonia Depner: Corona hat den positiven Effekt, dass sich immer mehr Schulpflegschaften Gedanken machen, wie sie erreicht werden können. Wir erweitern unsere Datenbank ständig. Eltern können uns per E-Mail kontaktieren.

Welche Themen brennen den Solinger Eltern aktuell unter den Nägeln?

Depner: Flächendeckend ist Digitalisierung das Hauptthema. Wichtig ist für Eltern auch, wie es bei der offenen Ganztagsbetreuung an den Grundschulen weitergeht.

Wie sehen Sie die Solinger Schulen beim Thema Digitalisierung aufgestellt?

Ophoff: Wir können nicht für alle Solinger Schulen eine verlässliche Aussage treffen. Wir möchten aktiv auf die Schulen zugehen. Aber im Moment können wir das nicht komplett überblicken. Ich glaube, wir sind bei der Digitalisierung auf einem guten Weg, aber es gibt sicherlich noch Handlungsbedarf in den Schulen und auch in den Elternhäusern.

Am Gymnasium Schwertstraße werden nun elternfinanzierte Tablets angeschafft. Was halten Sie vom flächendeckenden Einsatz im Unterricht?

Ophoff: Die Digitalisierung des Unterrichts birgt viele Chancen für unsere Kinder, und die Möglichkeiten sind immens. Auch die Rückmeldungen der Eltern fallen überwiegend positiv aus. Da es sich um elternfinanzierte Geräte handelt, müssen entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden, damit niemand benachteiligt wird.

Viele Eltern waren im ersten Lockdown unzufrieden mit der Betreuung ihrer Kinder durch die Schulen. Was ist an Kritik bei Ihnen angekommen, und wie haben Sie die Situation selbst erlebt?

Antonia Depner ist Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft. 

© Depner

 

Depner: Die fehlende Rückmeldung durch die Schulen an die Kinder war der größte Kritikpunkt. Die Erwartungshaltung war riesig. Es gab tatsächlich Eltern, die gedacht haben, der Lehrer meldet sich jeden Tag. Aber es gab auch Schüler, die wochenlang nichts von ihrem Lehrer gehört haben. Birgit Jansen-Howitz: Mein Kind war zu diesem Zeitpunkt an einer Grundschule, an der es besser lief. Die Kinder hatten mit der Lehrerin Kontakt. Das war positiv. Trotzdem war es für alle Beteiligten schwierig

Birgit Jansen-Howitz ist ebenfalls Stellvertreterin. 

© Jansen-Howitz

 

Jansen-Howitz: Auch der Ausbau der OGS wird weiter Thema sein. Ab 2025 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsbetreuungsplatz an einer Grundschule. Derzeit könnte das räumlich, finanziell und personell nicht gewährleistet werden. Die Stadtschulpflegschaft möchte die OGS-Träger unterstützen, angemessene Grundlagen für die Umsetzung eines Rechtsanspruches auf den Weg zu bringen. Diesbezüglich gibt es noch viel zu tun, damit die Rahmenbedingungen geschaffen werden können.

Erst vor wenigen Tagen ging es im Schulausschuss darum, dass 2021 alle Schulen schnelles Internet bekommen sollen.

 

 

Gremium

Stadtschulpflegschaft: Das Gremium vertritt die Eltern schulpflichtiger Kinder in Solingen.

Mitglieder: Neben dem Vorstand aus Antonia Depner (Humboldtgymnasium), Birgit Jansen-Howitz (Albert-Schweitzer-Realschule) und Carsten Ophoff (Gymnasium Schwertstraße) gehören dem Beirat an: Patric Joerges (Erika-Rothstein-Schule), Stefan Schulte (Realschule Vogelsang), Nina Martino (Grundschule Gerberstraße), Kay Farthmann (Grundschule Wiener Straße), Britta Merkelbach (Carl-Ruß-Schule), Elina Voigthaus (Humboldtgymnasium), Jürgen Henneböle (Gymnasium Schwertstraße), Tanja Selbach (Geschwister-Scholl-Gesamtschule)

 

Kontakt:

www.solinger-stadtschulpflegschaft.de kontakt@solinger-stadtschulpflegschaft.de

Pressemitteilung Stadtschulpflegschaft Solingen | 04.11.2020



NRW Schulministerium kippt Solinger Schulmodell



Das NRW Schulministerium hat die Solinger Lösung zum geplanten Hybrid-Unterricht kurzfristig gekippt. Viele Solinger Eltern sind darüber sehr enttäuscht.

Wir, als Vertreter der Solinger Stadtschulpflegschaft, bitten die Verantwortlichen der NRW Landesregierung um eine zeitnahe Überarbeitung des Konzeptes bzw. um einen individuellen Lösungsvorschlag.



An dieser Stelle möchten wir uns bei der Stadt Solingen und allen beteiligten Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sowie bei allen Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz bedanken.

ELTERNKONFERENZ DES AUSSCHUSSE FÜR SCHULE UND BILDUNG DES LANDTAGES 2019

 

Die Stadtschulpflegschaft Solingen nahm am 11. September 2019 erstmalig an dem 2.  Elternkonferenz des Ausschusses für Schule und Bildung des Landtags NRW in Düsseldorf teil.

 

Auf diese 2. Elternkonferenz erneuerten die Elternvertretungen der Landesverbände und der Kreis-und Stadtschulpflegschaften ihren 10-Punkte Forderungskatalog zur Stärkung der schulischen und außerschulischen Mitwirkungsrechte.

Weil mehr als ein Drittel des schulischen Gesamtetats durch die Kommunen verwaltet werden und Eltern selbst im hohen Maße in der Schule zur Kasse gebeten werden, muss das Mitspracherecht aller Eltern, aller Schulformen unabhängig von Herkunft oder Vermögensstand auf allen Ebenen ermöglicht und gesichert werden.

Für die gemeinsame Mitwirkung der Schulpflegschaften auf kommunaler Ebene gegenüber der Kommune, Schulträger und Schulamt fordert die Landeselternkonferenz (LEK NRW) deshalb seit vielen Jahren für die bestehenden Kreis-und Stadtschulpflegschaften(KSP und SSP) verbindliche, allseits verständliche und verankerte Mitwirkungsmöglichkeiten in den kommunalen Ausschüssen und Gremien. Diese Mitwirkung muss mit entsprechenden Ressourcen unterstützt werden und darf weder von der Bereitschaft noch von der Liquidität der Schulen, Schulverwaltungen, Städte oder Kommunen abhängig sein. Wir Eltern haben ein Recht auf Mitwirkung auf allen Ebenen und wünschen uns Unterstützung.

Aktive Eltern werden oft als Helikopter deklariert und inaktive als „bildungsfern“ oder uninteressiert. Viele Eltern kennen oder durchschauen unser komplexes Bildungssystem nicht. Unverständliche und fehlende Rahmenbedingungen und Gesetze erschweren die Mitwirkung. Nicht einmal die Erreichbarkeit der Eltern kann bis heute sichergestellt werden. Dabei ist verständliche, einheitliche, leichte und ggf. auch mehrsprachige Information wichtig, sodass auch Eltern mit Migrationen oder anderen Schwierigkeiten erreicht und beteiligt werden können. Dazu benötigen diese Eltern Unterstützung bei der Mitwirkung auf allen Ebenen Schule, Kommune, Schulträger, Land und allen nachgeordneten Behörden.

 

Darum sind die ehrenamtlichen Elternvertretungen in großer Zahl mit großen Erwartungen zur 5-stündigen 2. Elternkonferenz nach Düsseldorf in den Schulausschuss angereist.

Dennoch blieben die Ergebnisse des Abends hinter den großen Hoffnungen und Erwartungen der Eltern. Die Verantwortung für entsprechende Bedingungen zu schaffen, liegt deshalb in Händen der Politik.

Darum erneuerten die Elternvertretungen eindringlich ihre Forderungen und erwarten, dass Mitwirkung noch in dieser Legislatur mit dem 15. Schuländerungsgesetz deutlich gestärkt und verbessert wird.

Podiumsdiskussion zum Thema " G9 aber wie?"

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